Wichtige Klassen und Kennzeichnungen bei Arbeitskleidung


 

Sicherheitsklassen bei Sicherheitsschuhen

Die Sicherheitsklassen bei Fußschutz helfen dabei, den passenden Schuh für den jeweiligen Arbeitsplatz auszuwählen. Im betrieblichen Alltag sind vor allem S1, S2 und S3 bekannt. Daneben gibt es je nach Normstand und Einsatz weitere Klassen.

KlasseKurzbeschreibungTypischer Einsatz
SBGrundanforderungen mit ZehenschutzkappeEinfacher Basisschutz bei begrenzten Risiken
S1Wie SB plus geschlossener Fersenbereich, Antistatik und Energieaufnahme im FersenbereichInnenbereiche, Werkstatt, Produktion, trockene Arbeitsplätze
S1PWie S1 plus DurchtrittschutzLeichte Montage, Werkstatt, Bereiche mit Nägeln oder spitzen Teilen auf trockenem Untergrund
S2Wie S1 plus erhöhte Beständigkeit gegen Wasserdurchtritt und WasseraufnahmeFeuchte Arbeitsumgebungen, Kfz Bereiche, Lebensmittelproduktion, Außenbereiche mit Nässe
S3Wie S2 plus Durchtrittschutz und profilierte LaufsohleBau, Handwerk, Lager, Logistik, Industrie, unebenes Gelände, Außenbereiche
S4Wasserdichte oder polymerbasierte Ausführung ähnlich S1 EigenschaftenNasse Bereiche, Landwirtschaft, Reinigung, bestimmte Industrieumgebungen
S5Wie S4 plus Durchtrittschutz und profilierte LaufsohleSehr nasse oder schlammige Arbeitsumgebungen mit zusätzlicher mechanischer Gefährdung
S6Neuere Klasse für wasserdichten Fußschutz auf Basis der S2 EigenschaftenBereiche mit dauerhaftem Nässekontakt ohne zusätzlichen Durchtrittschutz
S7Neuere Klasse für wasserdichten Fußschutz auf Basis der S3 EigenschaftenAußenbereiche, Bau, Infrastruktur, feuchte und anspruchsvolle Arbeitsplätze

Praxisorientierte Faustregel: S1 ist meist für trockene Innenbereiche geeignet. S2 ist für feuchtere Umgebungen sinnvoll. S3 ist in vielen Handwerks und Baustellenbereichen die Standardwahl, wenn zusätzliche Risiken durch Nägel, Schutt, unebenen Boden oder Außenbedingungen bestehen.


Zusatzkennzeichnungen bei Sicherheitsschuhen

KennzeichnungBedeutung
AAntistatische Eigenschaften
EEnergieaufnahme im Fersenbereich
FOBeständigkeit der Laufsohle gegen Kraftstoff
WRWasserdichtheit des gesamten Schuhs
WPAWasserabweisung des Obermaterials
PDurchtrittschutz nach älterer Kennzeichnung
PSDurchtrittschutz mit Prüfnagel kleinerem Durchmesser nach neuerer Normsystematik
PLDurchtrittschutz mit Prüfnagel größerem Durchmesser nach neuerer Normsystematik
SRRutschhemmung
CIKälteisolierung
HIWärmeisolierung
HROBeständigkeit der Laufsohle gegen Kontaktwärme
SCAbriebschutz im Spitzenbereich
LGLeitersprossen Griff für bessere Sicherheit auf Leitern
MMittelfußschutz
ANKnöchelschutz
CRSchnittfestigkeit des Schaftmaterials

Warnschutzkleidung Klassen

Warnschutzkleidung wird nach Leistungsklassen eingeteilt. Entscheidend ist die sichtbare Fläche aus fluoreszierendem Material und Reflexmaterial. Je höher die Klasse, desto besser die Sichtbarkeit.

KlasseBedeutungTypischer Einsatz
Klasse 1Niedrigste WarnwirkungNur in Bereichen mit geringerem Risiko oder ergänzend einsetzbar
Klasse 2Mittlere WarnwirkungViele Tätigkeiten im Verkehrsumfeld, in Logistik oder Betriebsbereichen
Klasse 3Höchste WarnwirkungHohes Risiko im Straßenverkehr, auf Baustellen, im Gleisbereich und in stark gefährdeten Zonen

Für viele Tätigkeiten im öffentlichen Verkehrsraum oder in vergleichbar gefährlichen Bereichen ist Klasse 3 die sicherste und in der Praxis oft die bevorzugte Lösung.


Schutzhandschuhe und EN 388 Kennwerte

Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken werden häufig nach EN 388 gekennzeichnet. Die Kennzeichnung zeigt, wie der Handschuh in Prüfungen gegen Abrieb, Schnitt, Weiterreißen, Durchstich und gegebenenfalls Stoß geschützt hat. Die tatsächliche Eignung im Betrieb hängt trotzdem immer von der realen Tätigkeit ab.

KennwertBedeutung
AbriebfestigkeitWie widerstandsfähig das Material gegen Reibung ist
Schnittfestigkeit Coup TestWiderstand gegen schnittartige Beanspruchung nach klassischem Prüfverfahren
WeiterreißfestigkeitWiderstand gegen Einreißen des Materials
DurchstichfestigkeitWiderstand gegen spitze Gegenstände
TDM Schnittschutz A bis FGenauerer Schnittschutzwert bei modernen Handschuhen, wobei F die höchste Klasse darstellt
PGeprüfter Aufprallschutz am Handrücken, wenn vorhanden

Wichtig ist, dass ein Handschuh mit guter Abriebfestigkeit nicht automatisch chemischen Schutz bietet und ein chemikalienbeständiger Handschuh nicht automatisch für scharfe Kanten oder rotierende Maschinen geeignet ist.


Gehörschutz und Dämmwerte

Bei Gehörschutz sind vor allem diese Kennwerte relevant:

KennwertBedeutung
SNREinzahlwert für die gesamte Schalldämmung
HDämmwert für hohe Frequenzen
MDämmwert für mittlere Frequenzen
LDämmwert für tiefe Frequenzen

Ein hoher SNR Wert klingt zunächst gut, ist aber nicht automatisch die beste Wahl. Gehörschutz darf nicht einfach maximal dämmen, sondern sollte passend zum Lärmprofil und zur Kommunikation am Arbeitsplatz ausgewählt werden.


PSA Kategorien

KategorieBedeutung
Kategorie ISchutz gegen geringe Risiken
Kategorie IISchutz gegen Risiken mittlerer Schwere
Kategorie IIISchutz gegen tödliche Gefahren oder irreversible Gesundheitsschäden